Anruf von Michael..

Spread the love
  • 73
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
    73
    Shares

Hallo Zusammen ,

Ich wollte euch nur kurz mitteilen das Michael bei meinen Eltern angerufen hat. Ich habe ebenfalls mit ihm telefoniert…

Es geht ihm soweit gut, jedoch sitzt der Schock über die rechtswidrige Medikation ziemlich tief. Nicht einmal darauf kann er sich mehr verlassen.

Er merkt immer mehr , wie wenig der Klinik doch jegliche Beschlüsse zu seinen Gunsten Wert sind.

Aber er ist froh das ich bereits Anfang der Woche eine Beschwerde an das Landesamt und nachrichtlich an die Klinik geschickt habe.

Bleibt abzuwarten ob meine Eltern ihn Sonntag besuchen dürfen, oder denen was neues einfällt.

4 thoughts on “Anruf von Michael..”

  1. Hallo Michael, Hallo Bianka,

    ich habe über ein update zu eurer Petition, die ich vor einiger Zeit unterschrieben hatte, von dem Film erfahren. Werde ihn mir natürlich am 4.Juli ansehen. Gutes Zeichen, das Datum. Ist der Unabhängigkeitstag (der USA), Independence day.
    Hoffentlich bekommst du auch bald deine Unabhängigkeit und deine Menschenrechte zurück, welche dir die Psychiatrie genommen hat.

    1. Danke das ist wirklich lieb ❤ ja das hoffen wir auch..vielleicht werden dadurch ein paar menschen , etwas sensibler auf das thema…michael ist einer unter sehr vielen

  2. Hallo, Frau Perez, eine wirklich grausames und unglaubliches Urteil für Ihren Bruder. Zuerst mal meine absolute Hochachtung für Sie Und Ihr Engagement. Es hilft wohl wirklich nur Öffentlichkeit, um solche entsetzlichen Fälle in Zukunft zu verhindern, denn der normale Bürger wie ich, der zum Glück nie was mit Psychiatrie zu tun hatte, kann sich gar nicht vorstellen, was da abgeht und wie rechtlos und hilflos und jeglicher Willkür ausgeliefert die Insassen sind. (das habe ich auch nur nach Lektüre Ihres Buches und Recherche im Internet rausgefunden, weil man glaubt es einfach nicht, das so etwas im deutschland des 21, Jh möglich ist und wie viele Fälle es gibt)
    Doch für Ihren Bruder ist diese Hölle ja Gegenwart. Die Frage ist jetzt nur, wie kriegen Sie ihn da raus? Er stirbt doch da drinnen, (noch) nicht körperlich, aber das, was Sie an ihm kennen und lieben, wird irgendwann völlig verschwunden sein. Er wird jetzt schon irreparable Schäden haben, andere würden allmählich verschwinden, wenn er wieder wie ein Mensch behandelt werden werden würde.
    Doch wie gross ist diese Chance, dass der Richter in diesem Jahre einen Mann, der dazu noch sehr gross und wahrscheinlich auch noch immer sehr kräftig ist (könnte mir vorstellen, dass er sich den halben tag mit Liegestützen u.ä „amüsiert“ und dazwischen Diskussionsrunden mit sich selbst veranstaltet), und laut der Klinik ja selbst im geschützten Raum einer Hochsicherheitspsychiatrie isoliert gehalten werden muss, aus dem Vollzug entlässt?( In diesem Zusammenhang: ist in diesen drei Jahren überhaupt einmal VERSUCHT worden, ihn wenigstens stundenweise wieder unter Menschen zu lassen, so als Zeichen des „guten Willens“???) Die Chance einer positiven Entscheidung dürfte im Bereich eines Sechsers im Lotto liegen.
    Michael bezahlt jetzt sehr teuer für seinen Kampf mit den Institutionen, den er im Prinzip von Anfang an verloren hatte.
    Kann man mit ihm über dieses Thema überhaupt noch reden oder macht er dann sofort zu? Denn ganz objektiv gesagt: das Beste für ihn wäre, aufzugeben, sich „krankheitseinsichtig“ zu zeigen (ob er 2008 behandlungsbedürftig krank war, kann ich nicht beurteilen, ich kannte ihn ja nicht, aber nach diesen Jahren und dem was er erlebt hat, ist ers wohl definitiv) und zähneknirschend die Neuroleptika zu nehmen, den Vollgöttern in weiß in sämtliche Körperöffnung zu kriechen -falls ihm das noch möglich ist – damit in der nächsten oder übernächsten Beurteilung die Gefährlichkeit nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. Über die Verhältnismässigkeit nach einem simplen blauen Auge muss man ja nicht mehr reden.
    Nichtsdestrotrotz drücke ich Ihnen sämtliche Daumen und wünsche Ihrem Bruder von Herzen, dass er endlich mal Glück hat und in diesem Jahr einen Gutachter bekommt, der keine konkrete Gefährdung sieht und eine Entlassungsempfehlung ausspricht. Also einen Sechser im Lotto. Mit Zusatzzahl.
    Viel Glück!
    Gaby

  3. Hallo,
    ich habe heute Abend die Reportage über das Schicksal Ihres Bruders im SWR gesehen. Die Sendung hat mich tief erschüttert.
    Ich glaube, niemand kann ermessen, was Sie durchstehen müssen. Einerseits ihr Bruder, der unter diesen unmenschlichen und grausamen Verhältnissen eingesperrt ist und andererseits Sie und Ihre Familie, die so sehr kämpfen und mitleiden.
    Ich möchte Ihnen meinen tiefen Respekt und meine Bewunderung für Ihre nicht nachlassenden Bemühungen aussprechen. Als Unbeteiligte sagt sich das leicht, aber ich wünsche Ihnen wirklich von Herzen, dass Sie die Kraft finden, weiter zu kämpfen und nicht aufzugeben. Ganz besonders wünsche ich das natürlich auch Michael.
    Ich hatte einen guten Eindruck von dem Rechtsanwalt, der sich des Falles Ihres Bruders angenommen hat. Ich hoffe, dass er den Fall weiter bearbeitet und zum Erfolg führt. Einer der letzten Sätze der Sendung war, dass es im August 2018 ein neues Gutachten mit einem völlig neuen Gutachter geben soll. Ich hoffe, dass der Termin immer noch steht und sich diesmal etwas zu Gunsten ihres Bruders tut.
    Wenn man so etwas sieht, kommen einem selbst Zweifel an unserem Rechtssystem. Dass es gesicherte Unterbringungen für gefährliche und extrem gefährliche Straftäter gibt, die für sich und / oder die Gesellschaft eine Gefahr darstellen, macht durchaus Sinn.
    Ihr Bruder ist aber nichts davon. Die an ihm vorgenommenen Maßnahmen sind deshalb meiner Meinung nach nicht nur unangebracht, sondern schlicht rechtswidrig. Dass ein Mensch, der so lange in Unfreiheit lebt und dann auch noch in jahrelanger Isolation, mal eine Sachbeschädigung verübt, ist fast zwangsläufig. Dass Isolation Menschen körperlich und vor allem psychisch schweren Schaden zufügt, ist lange bekannt. Diese Sachbeschädigungen, auf die sich ja auch laut Bericht die Kliniksleitung bezieht, sagen also nichts über die Natur des Menschen an sich aus, sondern nur über die Behandlung, die man ihm zufügt.
    Wie die im Film zitierte Professorin richtig sagt, wenn man einen Menschen jahrelang therapiert und sich nichts ändert, hat nicht der Patient schuld, sondern die Therapie versagt. Statt auf stur zu stellen, sollten die Ärzte endlich im Sinne des ihnen anvertrauten Patienten handeln und nicht gegen ihn.
    Ich bewundere Ihren Bruder für seine Stärke und seine Willenskraft und ich hoffe sehr, dass alles zu einem guten Ende kommen wird.
    Ich habe Ihre Petition unterzeichnet und werde den Fall weiter verfolgen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Sabine Weber

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.